Das Kollektiv Sowib-OL löst sich auf – Einige Gedanken zu Antira-Arbeit (nicht nur) unter Corona-Bedingungen

Ungefähr zwei Jahre haben wir im Rahmen des Kollektivs “Solidarity without borders Oldenburg(kurz Sowib-OL) antirassistisch gearbeitet. Begonnen haben wir mit Aktionen zu den Kampagnen #LeaveNoOneBehind und #wirhabenPlatz anlässlich der Lage an den EU-Außengrenzen und zur Situation abschiebebedrohter Menschen, später auch zum Brandanschlag in Blankenbug am 29. Mai 2021 und an der (über)regionalen Antira-Vernetzung. Der inhaltliche Fokus unserer Arbeit sollte auf der Kritik an Lagerunterbringung generell und konkreter an den Zuständen im Erstaufnahmelager Blankenburg bei Oldenburg liegen. Wir möchten mit euch die Gründe für unsere Auflösung teilen und unsere Arbeit reflektieren.

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Neuigkeiten zu Spenden an Sowib-OL

Liebe Unterstützer*innen von Sowib-OL,

ab sofort sind keine Spenden an uns mehr möglich. Bitte storniert für uns gedachte Daueraufträge, die über das Konto der Rechtshilfe Oldenburg liefen. Zu den Gründen hört ihr demnächst mehr. Weiterhin eingehende Spenden an die Rechtshilfe Oldenburg mit dem Verwendungszweck “Sowib-OL” und verbleibende Gelder aus unserer Arbeit werden an antirassistische Gruppen in Oldenburg, z.B. die kritischen Mediziner*innen, weitergegeben. Wenn ihr weiter etwas Geld über habt und an ähnliche Gruppen wie uns weitergeben möchtet, schlagen wir zum Beispiel Together We Are Bremen und No Lager Osnabrück vor.

Vielen Dank für eure Solidarität und Unterstützung über die letzten zwei Jahre! #NoLagerNoWhere

Öffentlicher Brandbrief an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und die Mitglieder des Oldenburger Stadtrates

(Veröffentlicht am 22.11.2021 auf dem Blog der Seebrücke Oldenburg).

Im Januar 2016 forderte Frauke Petry, damals Abgeordnete der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD), den Schießbefehl gegen fliehende Menschen an den Grenzen Deutschlands[i]. Parteikollegin Beatrix von Storch legte auf Facebook nach und bejahte Waffengewalt auch gegen fliehende Frauen und Kinder[ii]. Ein medialer und gesellschaftlicher Sturm der Entrüstung folgte. Quer durch alle Medien wurden die Aussagen verurteilt – u.a. von der Gewerkschaft der Polizei (GdP)[iii]. Schon fünf Jahre später jedoch ist der Schießbefehl stillschweigend europäische Realität und Muhammad Gulzar wird auf der Flucht an der griechisch-türkischen Grenze durch ein Projektil aus mutmaßlich griechischer Waffe ermordet[iv]. Continue reading

No Lager, nowhere! Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Aufruf vom Netzwerk Lager-Watch zum bundesweiten #NoLagerNowhere Aktionstag am 9. Oktober 2021.

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Fluchtursachen sind vielfältig. Bei dem Versuch, ihr Leben zu retten, sterben täglich unzählige Geflüchtete. Überlebende, die es in ein EU-Land schaffen, erwartet dort nicht etwa ein geschützter und menschenwürdiger Lebensraum. Sie müssen in Zelt-Camps wie Kara Tepe ausharren und werden in Deutschland in Anker-Zentren, Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die eines gemeinsam haben: Es sind Lager! Continue reading

Spendenaufruf 20.09.2021

Hallo Oldenburg,

wir als Gruppe Solidarity without Borders Oldenburg (Sowib OL) setzen uns für die Verbesserung der Lebensbedingungen im Erstaufnahmelager Blankenburg bei Oldenburg ein. In dem Lager leben die Bewohner:innen oft mehrere Monate und manchmal weit über ein Jahr unter prekären Bedingungen. Sie bekommen nur ein geringes Taschengeld, welches die täglichen Bedarfe nicht ansatzweise deckt. Continue reading

Gemeinsame Pressemitteilung NIKA OL-WHV und Sowib-OL zum offenen Brief an den Stadtrat und die Öffentlichkeit zum Brandanschlag auf Blankenburg

Gemeinsame Pressemitteilung | 26.07.2021 | NIKA OL-WHV und Sowib-OL

“Diese untragbaren Zustände verlangen sofortiges Handeln” – Mehr als 20 Gruppen und Initiativen aus Oldenburg kritisieren Umgang mit dem Lager Blankenburg 

Mit der Unterstützung von mehr als 20 Initiativen und Gruppen aus Oldenburg haben NIKA OL-WHV und Sowib-OL heute ein offenen Brief an die Mitglieder des Stadtrats und die Öffentlichkeit zur Situation im Erstaufnahmelager Blankenburg veröffentlicht. Anlass sind die anhaltend prekären Lebensbedingungen und die Unsicherheit nach dem noch immer unaufgeklärten Brandanschlag in der Einrichtung der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Continue reading

Offener Brief von NIKA OL-WHV und Sowib-OL an den Stadtrat und die Öffentlichkeit zum Brandanschlag auf Gebäude im Lager Blankenburg am 29.05.21

Triggerwarnung/Content Note: Im Folgenden werden Suizid, Rassismus und Gewalt thematisiert.

Die Außenstelle der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen im Kloster Blankenburg ist seit jeher eine Zumutung für die Menschen, die unter Zwang dort untergebracht sind. Trotz wiederholter Proteste, Hilferufe und entsetzlichen Schilderungen über die dort vorherrschenden Verhältnisse seitens Bewohner*innen, kann von Besserung nicht die Rede sein. Menschen berichten von Frust, Abgeschlagenheit, Angst vor Abschiebungen, mangelnder Beschäftigung, ungenügender finanziellen Unterstützung, hygienischen Missständen, Rassismuserfahrungen und Perspektivlosigkeit bis hin zu Suizidalität von Betroffenen [1][2]. In einem Brief von Bewohner*innen aus Blankenburg heißt es: “Wir sind müde, wir leiden. Kommt und hört, was wir zu sagen haben. Hier sterben wir einen langsamen Tod” [3]. Diese untragbaren Zustände, die sich wie ein roter Faden durch die deutsche und europäische Migrationspolitik ziehen, verlangen sofortiges Handeln. Ein Festhalten von Menschen – oft mehrfach traumatisiert, mittellos und rassistisch diskriminiert – kann durch nichts gerechtfertigt werden. Continue reading

Radiobeitrag: Radio Corax im Gespräch mit ehemaligem Bewohner Blankenburgs

CN: Suizid, Depressionen

“Das Leben im Camp ist ein Leben in der Hölle, denn dieser Ort ist einfach nicht gut für uns. Wir können nirgendswo hin und auch mit niemandem reden. Wir sind frustriert.”

In der Folge vom 15.07.2021 hat ein ehemaliger Bewohner aus dem Lager Blankenburg bei Oldenburg in den #AntifaNews vom Radio Corax aus Halle sehr eindrücklich von der Situation im Lager berichtet und deutlich gemacht, was sich ändern muss. Continue reading